Tag der großen Freude

In diesen Minuten werden in der Schule die Zeugnisse überreicht. Und wie der Zufall es will, bekam auch ich heute Morgen ein kleines Zeugnis – per E-Mail von einem Kunden aus Nordrhein-Westfalen. Ich durfte ihn bereits bei dem einen oder anderen Projekt unterstützen, kürzlich bei einem Konzept und bei einer Bewerbung für einen Bekannten von ihm. Nun schrieb er mir: 

Hallo Frau Dr. Furthmann,
wollte Ihnen noch ein Update zu den Texten mitteilen. Dank des Evaluationskonzepts bin ich nun in der Schule zum Oberstudienrat befördert worden. Herr König hat in Berlin die Stelle bekommen. Wenn das nicht ein großer Doppelerfolg ist!
😊
Noch einmal vielen Dank und viele Grüße
...

Wie schön! So können sich alle freuen: mein Sohn über die großen Ferien, mein Kunde über seine Beförderung, Herr König über seinen neuen Job und ich über glückliche Kunden.

Wenn Gänsefüßchen falsch laufen

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„Na ja, einen historischen Dorfkern kann man das eigentlich nicht nennen, was Sie da rechts erwartet ...“ Dies suggerieren jedenfalls die Anführungszeichen auf diesem Schild. Sie sind nicht nur überflüssig, sondern führen quasi in die Irre. Dabei ist der weitläufige Dorfplatz in Stahnsdorf mit seiner kleinen Kirche ein wirklich charmantes Plätzchen – nicht zuletzt wegen der Patisserie „Aux Delices Normands“, in der man lauter süße Sünden probieren kann. 

Glück in hohen Dosen

Ausgewogene Ernährung ist ein heikles Thema für jeden vielbeschäftigten Freiberufler. Denn meistens fehlt die Zeit, sich gesunde, leckere, vollwertige Mahlzeiten zu kochen oder eine Auswärts-Mittagspause zu machen. Daher habe ich mir über die Jahre ein kleines Arsenal von  Survival-Rezepten zusammengestellt, die alle in null Komma nichts fertig sind. Heute: der vegane Bananen-Kakao-Erdnuss-Smoothie.

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Immer wenn ich an einem harten Textbrocken tüftle, klopft er bei mir an: Heißhunger auf Kohlenhydrate, Süßes, Soulfood. Dann lasse ich den Stift fallen und füttere meinen Thermomix mit fünf Zutaten, die ich immer im Haus habe: Bananen, Erdnussmus oder -creme, Kakao, Kokosblütenzucker, Mandelmilch. Alles Bio natürlich.

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Mit den Mengen müssen Sie es nicht so genau nehmen. Meist läuft es bei mir auf zwei Bananen, gute zwei Esslöffel Erdnusscreme, jeweils zwei Esslöffel Kakao und Kokosblütenzucker sowie einen halben Liter Mandelmilch hinaus. 30 Sekunden auf höchster Stufe cremig pürieren, in ein großes Glas gießen, Trinkhalm rein und – mmmmmhhh! – genüsslich am Schreibtisch schlürfen.

Wer korrigiert den Lektor?

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Ich übernehme das mal: Das Wort „jahrzehntelang“ ist ein Adjektiv und muss klein- und zusammengeschrieben werden. Getrennt schreibt man nur Formulierungen wie „mehrere/einige/viele Jahrzehnte lange Erfahrung“.

Ferner stolpert man bei der Verbindung „Erfahrung für Buchmanuskripte“. Erfahrung kann man in der Bearbeitung von Buchmanuskripten, im Buchmanuskript-Lektorat oder im Bereich Buchmanuskript haben – die Präposition „für“ aber ist definitiv nicht korrekt.

Gefunden auf XING.

Der Textberg ruft

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„Sag mal, wie motivierst du dich eigentlich – so ganz alleine?“ Wirklich jeder, der weiß, dass ich im Homeoffice arbeite, stellt mir irgendwann diese Frage. Gefolgt von der Bemerkung: „Also, ich könnte das nicht. Ich würde erst mal aufräumen, zwischendurch ein paar private Mails schreiben, ein Nickerchen machen, Kuchen backen oder so.“

Tatsache ist: Motivationsprobleme waren für mich noch nie ein Thema. Tag für Tag sitzen einfach zu viele Texte im virtuellen Wartezimmer, als dass ich auch nur annähernd für Ablenkungen empfänglich wäre. Der entspannte Freiberufleralltag ist also ein Mythos, straff getaktete Arbeit, die guter Organisation bedarf, die Realität. Neun von zehn Texten müssen, wie man so schön sagt, „asap“ verschönert werden. Wenn ein Text fertig ist, heißt es: „Der nächste, bitte!“, und so geht es von morgens bis spätnachmittags. Schon Albert Camus wusste: „Die Freiheit besteht in erster Linie nicht aus Privilegien, sondern aus Pflichten.“

Natürlich habe ich hin und wieder auch mal eine Lücke, die ein kurzes Verschnaufen erlaubt. Dann schießt mir meistens der Gedanke „irgendwas war doch noch …“ in den Kopf. Ach, natürlich! – Die Waschmaschine hat ja schon zwei Stunden zuvor beleidigt aufgegeben, ihren eindringlichen Ich-bin-feeeeeertig-Piepton durch die Wohnung zu jagen. Also wird ruckizucki Wäsche aufgehängt, und wenn ich Glück habe, schaffe ich es auch noch, den Frühstückstisch abzudecken und die Hälfte des Geschirrspülers auszuräumen. Manchmal glaube ich ja, dass mein Rechner währenddessen selbstständig eine Rundmail an alle Kunden rausschickt mit dem Text „Frau Furthmann hat gerade nix zu tun …“, denn, schwups, reißt mich das Telefon aus den Gedanken. „Wir hätten da noch so eine klitzekleine Broschüre, die bis morgen fertig sein muss – könnten Sie vielleicht …?“ „Aber ja und gerne doch“, sage ich und denke schon wieder an Camus, der nämlich auch die weisen Worte schrieb: „Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen.“ Genug des Philosophierens: Ich bin guten Mutes, auch die Textberge von KW 7 zu bewältigen, und wünsche Ihnen ebenfalls eine schaffenskräftige Arbeitswoche!

Zehn Jahre Lektorat

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Im vergangenen Jahr hatte ich zehnjähriges Betriebsjubiläum! Aber weil sich Lektoren bekanntlich dezent im Hintergrund halten, habe ich darum nicht viel Tamtam gemacht. Einen Wunsch allerdings habe ich mir dann doch erfüllt: eine neue Website. Nachdem viele Jahre ein guter Bekannter meine Website sozusagen ehrenamtlich gepflegt hat (DANKE, Franki!!), wollte ich es jetzt in die eigene Hand nehmen. Mit Squarespace ging das superflott und hat irrsinnig viel Spaß gemacht.