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Dr. Katja Furthmann

Schon früh wusste ich, was ich wollte: die Textwelt verbessern. Das habe ich wohl meiner Mutter zu verdanken, die als Deutschlehrerin fast täglich stapelweise Hefte mit nach Hause brachte. Als kleines Mädchen schaute ich ihr oft über die Schulter, wenn sie ihren roten Lehrer-Kuli schwang und routiniert allerlei falsch Geschriebenes anstrich.

Lehrerin wollte ich deshalb aber noch lange nicht werden. Lieber Germanistik, Anglistik und Kommunikationswissenschaften studieren. Das tat ich von 1998 bis 2003 an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald und der University of Southampton. In den Semesterferien schnupperte ich Praxisluft in Verlagen und Redaktionen.

Nach dem Studium unterrichtete ich zum einen als Lehrbeauftragte Studenten in Textproduktion und Orthografie/Grammatik. Zum anderen promovierte ich zu einer Frage, die mich über zwei Jahre lang fesselte: Mit welchen sprachlichen Tricks schaffen es Zeitungshoroskope eigentlich, auf alle und jeden zuzutreffen?

Mit einem „summa cum laude“ in der Tasche siedelte ich von der Wissenschaft sogleich in die Praxis über. Aber nicht als Horoskopschreiberin, sondern als Volontärin in einem Wissenschaftsverlag in Charlottenburg. Die Berliner Luft, Luft, Luft bekam mir recht gut, also blieb ich und machte mich 2007 als Lektorin und Texterin selbstständig. Und bin bis heute rundum glücklich und zufrieden damit!

Tag für Tag nehme ich mir Zeit für gute Texte aller Art: vom Hundefutter-Werbetext bis zur Meeresaquaristik-Kampagne, von der Initiativbewerbung bis zum kieferchirurgischen Fachaufsatz, vom Editorial bis zum Schulbuch, vom Fashionmagazin bis zur CEO-Kolumne ... Diese kunterbunte Vielfalt und meine tollen Kunden sind es, die ich an meinem Job so liebe.

Neben der Textarbeit inspiriert mich noch ganz viel mehr: mein Sohn zum Beispiel, der gerade lesen und schreiben lernt, gute vegetarische und vegane Küche, Radreisen und Snooker, Weltraum-Dokus und Flohmärkte, Laufen mit Noch-fern-Ziel Halbmarathon, Wandern, Interior-Design und Schokolade in allen Variationen und Aggregatzuständen. Wer mehr wissen will, schaut einfach ab und zu in meinen Blog.

Heimat

Geboren und aufgewachsen auf der Insel Rügen

Studium

1998–2003: Studium der Germanistik, Anglistik und Kommunikationswissenschaften an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald und der University of Southampton

Promotion

2004–2006: Promotion zum Dr. phil. in Sprachwissenschaften (Textlinguistik) an der Universität Greifswald

Lehraufträge

20032006: Leitung von Seminaren und Übungen in Orthografie und Grammatik, Schriftkompetenz und Textproduktion an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

Veröffentlichungen

Furthmann, Katja (2006): Die Sterne lügen nicht. Eine linguistische Analyse der Textsorte Pressehoroskop. Göttingen: V&R unipress.

Furthmann, Katja (2009): „Alles Liebe!“ Sprachlich-kommunikative Strategien des Telefonfernsehens AstroTV. In: Pöhlmann, Matthias (Hrsg.): Gut beraten bei Astro-TV? Esoterik-Fernsehen in der Kritik. Berlin: Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen, S. 44–68.

Furthmann, Katja (2008): Zwischen Tageshoroskop und Astro-Show. Textsorten und Textsortenvarianten an der Schnittstelle von Astrologie und Massenmedien. In: Gansel, Christina (Hrsg.): Textsorten und Systemtheorie. Göttingen: V&R unipress, S. 97–117.

Furthmann, Katja (2006): Aspekte der Pseudo-Individualisierung in der Sprache von Pressehoroskopen. In: Schiewe, Jürgen (Hrsg.): Kompetenz, Diskurs, Kontakt. Sprachphänomene in der Diskussion. Beiträge des deutsch-polnischen Kolloquiums, 21.–22. Oktober 2004. Frankfurt am Main u. a.: Lang, S. 61–84.

Furthmann, Katja (2006): Sind Pressehoroskope banale Texte? Ein sprachkritischer Ansatz. In: Aptum. Zeitschrift für Sprachkritik. Jahrgang 2, Heft 2, 2006, S. 157–185.